Krankentransport, Taxi Krankenfahrten usw.: Entscheidendes für die Abrechnung


Für den Transport von Kranken oder anderweitig Pflegebedürftigen übernehmen gesetzliche Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten. Welche das sind und wer berechtigt ist, diese Kosten abzurechnen, lesen Sie hier.

Telefonische BeratungAbrechnung Krankenfahrten

Zunächst ist einmal wichtig, dass ein Unterschied besteht zwischen Krankentransporten, Rettungsfahrten und Krankenfahrten. Im Wesentlichen liegt dieser darin, dass bei Krankentransporten sowie Rettungsfahrten eine Versorgung der transportierten Person durch medizinisches Fachpersonal oder Mediziner bzw. mithilfe der Ausstattung des Transportmittels erfolgen kann, wohingegen dies bei Krankenfahrten nicht gegeben ist. Somit gilt die Beförderung per Rettungswagen (Rettungs- oder Notarztwagen) als Rettungsfahrt, per Krankentransportfahrzeug als Krankentransport und per Taxi, Privat- oder Miet-KFZ sowie öffentlichem Verkehrsmittel als Krankenfahrt

Verordnungen regeln Krankenfahrten & Krankentransporte

In Deutschland legen Gesetze fest, wer für Krankentransporte oder -fahrten aufkommen soll. Möchten beispielsweise Taxiunternehmen sicher gehen, dass eine Krankenfahrt von der gesetzlichen Krankenkasse des Fahrgasts übernommen wird, sollten sie gut Bescheid wissen. Im Sozialgesetzbuch fünf hat der Gesetzgeber unter § 60 festgeschrieben, wann öffentliche Krankenkassen Fahrtkosten übernehmen. Darin heißt es zum Beispiel, die „Krankenkasse übernimmt Fahrkosten zu einer ambulanten Behandlung […] in besonderen Ausnahmefällen, die der Gemeinsame Bundesausschuss in den Richtlinien nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 12 festgelegt hat.“ Einen Teil der Kosten müssen die Versicherten selbst tragen, wenn sie über keine Zuzahlungsbefreiung verfügen: Pro Fahrt sind 10% der Fahrtkosten, jedoch mindestens 5,00 € und höchstens 10,00 € fällig. Anders als bei Heil- und Hilfsmitteln muss auch für Kinder und Jugendliche Zuzahlung geleistet werden.

Voraussetzung für von den Krankenkassen bezahlte Krankenfahrten

Bei Krankenfahrten, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, muss gegeben sein: Die Fahrt ist zwingend medizinisch notwendig und ein Vertragspartner der Krankenkasse, also ein Vertragsarzt oder zugelassener Psychotherapeut, hat dies förmlich verordnet (dazu später mehr). Auch betreffend den Fahrtzweck gelten Regeln: Wird der Patient zu einer stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten, ohne dies zuvor genehmigt zu haben. Auch kommen sie für gewöhnlich für die Kosten für Fahrten zu sogenannten stationsersetzenden Eingriffen auf. Damit sind vor- oder nachstationäre Behandlungen bzw. ambulante Operationen in einem Krankenhaus oder einer Facharztpraxis gemeint, durch welche eine aus medizinischer Sicht gebotene voll- oder teilstationäre Behandlung vermieden wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Patient sich selbst gegen einen stationären Aufenthalt entscheidet und stattdessen die betreffende Behandlung wählt. Allerdings gibt es hier keine allgemeingültige Angabe des Gesetzgebers. Daher ist eine vorherige Klärung mit der Krankenkasse ratsam.

Fahrten zu ambulanten Behandlungen werden hingegen nur in Einzelfällen übernommen und müssen für gewöhnlich vorab von der Krankenkasse genehmigt werden. Darüber hinaus tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Fahrtkosten in der Regel nach einer Genehmigung für Versicherte mit dem Pflegegrad 4 oder 5 sowie Pflegegrad 3 bei dauerhaft eingeschränkter Mobilität. Desweiteren werden die Kosten übernommen wenn per Schwerbehindertenausweis eine außergewöhnliche Gehbehinderung (Merkzeichen aG), Blindheit (Bl) oder besondere Hilfsbedürftigkeit (H) belegt wird oder in Ausnahmefällen zur Dialyse oder bestimmten Krebsbehandlungen transportiert werden muss.

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Einschätzungshilfe zur Genehmigung der Kostenübernahme

In den meisten Fällen hilft bei der Einschätzung, ob eine Krankenfahrt von der Krankenkasse übernommen wird, die Unterscheidung nach Fahrten zu einer stationären und zu einer ambulanten Behandlung. Erstere muss sich der Patient von seiner Krankenkasse nicht genehmigen lassen. Fahrten zu einer ambulanten Behandlung muss er sich in der Regel genehmigen lassen, denn hier übernehmen die Krankenkassen nur in Ausnahmefällen die Kosten. Welches Fahrzeug für eine von der Krankenkasse bezahlten Fahrt infrage kommt, ist außerdem vorgegeben.

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Voraussetzungen für kassenfinanzierte Krankentransporte & Rettungsfahrten

Für die Kostenübernahme von Krankentransporten gilt ebenfalls, dass die zwingende medizinische Notwendigkeit gegeben sein muss. Dies ist etwa der Fall, wenn eine medizinisch-fachliche Betreuung oder die medizinisch-technische Ausstattung des Fahrzeugs für die zu transportierende Person nötig sind oder durch den Transport die Übertragung von schweren Erkrankungen unterbunden wird. Wenn ein Patient wegen seines gesundheitlichen Zustands mit Rettungs- oder Notarztwagen, Notarzteinsatzfahrzeugen und Rettungshubschrauber befördert werden muss, sind diese sogenannten Rettungsmittel verordnungsfähig.

Wer darf eine Krankenfahrt durchführen?

Öffentliches Verkehrsmittel, Privat- oder Mietwagen, Taxi – grundsätzlich kann sich ein gesetzlich Krankenversicherter natürlich aussuchen, womit er zu einem von seiner Krankenkasse genehmigungsfähigen Zweck transportiert werden möchte. Möchte er jedoch die Kosten erstattet bekommen, muss er dabei beachten: Es gilt das Prinzip der Wirtschaftlichkeit in Kombination mit der medizinischen Notwendigkeit. Grob gesagt muss das günstigste dem Zustand des Patienten zumutbare Verkehrsmittel gewählt werden. Sprich: Ist die Fahrt zu einer stationären bzw. genehmigten ambulanten Behandlung per öffentlichem Verkehrsmittel oder Privatfahrzeug dem Versicherten medizinisch nicht zumutbar, kann beispielsweise eine Taxifahrt erstattet werden.

Formalitäten rund um die Abrechnung der Krankenbeförderung

Ärztliche bzw. psychotherapeutische Verordnungen von Krankentransporten oder -fahrten müssen mittels einer Verordnung zur Krankenbeförderung erfolgen. Dieses auch Muster 4 genannte Formblatt entspricht einem Rezept, auf dem der Arzt oder Psychotherapeut alle für die Abrechnung relevanten Angaben einträgt. Im Einzelnen sind das beispielsweise die Stammdaten des Patienten gemäß der elektronischen Gesundheitskarte, , das Beförderungsmittel, die medizinische Begründung, der Fahrtweg von…nach und weitere verordnungsrelevante Informationen. Vom Leistungserbringer müssen auf der Rückseite des Formulares noch Daten zur Abrechnung ergänzt werden. Außerdem muss der Versicherte jede Fahrt mit Datum und Unterschrift bestätigen.

Wichtig: Krankenfahrten per Taxi werden nur dann von den Kassen bezahlt, wenn das Taxiunternehmen ein gültiges Institutsionskennzeichen hat, das es als zulässigen Leistungserbringer ausweist. Jede Filiale und jede Zweigstelle eines Unternehmens muss ein individuelles Institutsionskennzeichen haben. Weiter ist eine Tarifgrundlage für Krankentransporte zwingende Voraussetzung für die reibungslose Abrechnung. Auch wissenswert: Die Kassen kommen nur für die kürzeste Strecke auf und prüfen auch nach, ob diese genommen wurde. Es ist also nicht gewährleistet, dass die gefahrenen Kilometer zur Gänze verrechnet werden können.

So läuft die Krankentransportabrechnung in der Regel ab:

  1. 1. Vertragsarzt oder -psychotherapeut erachtet die Beförderung als zwingend medizinisch bzw. therapeutisch geboten

    2. Arzt oder Psychotherapeut stellt ein Rezept für die Fahrt aus (Muster 4 bzw. „Krankenbeförderungsschein“)

    3. Hat die Fahrt zum Ziel, dass der Patient ambulant behandelt wird, sollte er eine Genehmigung für die Kostenübernahme bei der Krankenkasse einholen. Soll er stattdessen stationär oder stationsersetzend behandelt werden, ist die Genehmigung nicht zwingend nötig

    4. Krankenkasse stimmt der Kostenübernahme zu

    5. Beim Fahrtantritt legt der Patient dem Fahrer die Verordnung vor

    6. Fahrer prüft das Rezept auf Vollständigkeit und Richtigkeit

    7. Muss der Patient einen Eigenanteil leisten, ist dieser an den Fahrer zu bezahlen sofern es sich um eine Beförderung per Taxi oder Mietwagen handelt. Bei Transporten im Rettungs- oder Krankentransportfahrzeug wird die Zuzahlung üblicherweise im Nachgang dem Versicherten von der Krankenkasse in Rechnung gestellt.

    8. Nach Abschluss des Transportes bestätigt der Versicherte oder eine bevollmächtigte Person die Fahrt mit Datum und Unterschrift.

    9. Das Transportunternehmen reicht das Rezept bei der Krankenkasse ein

    10. Krankenkasse erstattet ihm die Kosten Sie haben Fragen zur Abrechnung mit den Krankenkassen? Wir sind Experten auf diesem Gebiet und gerne auch Ihr Ansprechpartner. Nehmen Sie gleich Kontakt auf.

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