Heilmittelverordnung - Was es zu beachten gilt?

Was muss die Heilmittelverordnung enthalten? Welche Angaben sind zu ergänzen? Und wie können Sie unkompliziert mit den Gesetzlichen Krankenkassen abrechnen? Hier finden Sie wichtige Informationen rund um die Heilmittelverordnung .

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Was ist eine Heilmittelverordnung?

Die Heilmittelverordnung entspricht einem vom Vertragsarzt oder Vertragszahnarzt ausgestellten Rezept. Die darin aufgelisteten Heilmittel sind ärztlich verordnete Dienstleistungen. Dazu zählen medizinische Maßnahmen wie Physikalische Therapie, Ergotherapie, Podologische Therapie und Stimm- Sprech- und Sprachtherapie, welche nur von ausgebildeten Therapeuten abgegeben werden dürfen. Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) tragen die Kosten – sofern die Heilmittelverordnung formalen und inhaltlichen Anforderungen entspricht. Um abrechnen zu können, muss das Rezept also vollständig und korrekt ausgefüllt sein. 

Was gehört auf eine Heilmittelverordnung?

Folgende Angaben sind gemäß der Heilmittel-Richtline auf der Heilmittelverordnung obligatorisch: 

  • Diagnose (in der Regel in Form eines ICD-10-Codes)
  • Verordnungsmenge
  • das/die Heilmittel (eindeutig bezeichnet, gemäß Heilmittelkatalog)
  • Art der Verordnung (Erstverordnung, Folgeverordnung oder Verordnung außerhalb des Regelfalls)
  • Leitsymptomatik
  • Indikationsschlüssel
  • Hausbesuch (ja/nein)
  • Therapiebericht (ja/nein)
  • Durchführung als Einzel- oder Gruppentherapie
  • Spätester Zeitpunkt des Behandlungsbeginns, wenn dieser von der regulären Frist abweicht
  • Frequenzempfehlung
  • Therapiedauer (bei Manueller Lymphdrainage und Stimm-Sprech-und Sprachtherapie)
  • Die medizinische Begründung (bei Verordnungen außerhalb des Regelfalles)
  • Arztstempel und -unterschrift 

Unser Rezeptposter veranschaulicht die Abschnitte der Heilmittelverordnung für Sie!

Bitte beachten Sie: Diese Liste umfasst nicht alle vertrags- bzw. kostenträgerspezifischen Anforderungen. Sie möchten Rezepte zuverlässig prüfen und falls nötig ergänzen lassen? Wir übernehmen das für Sie. 

Welche inhaltlichen und formalen Anforderungen gibt es?

Die Heilmittel-Richtline gibt Form und Inhalt der Heilmittelverordnung vor. Fester Bestandteil der Richtlinie ist der Heilmittelkatalog. Dieser legt fest, welche Heilmittel bei den jeweiligen Indikationen in welcher Menge verordnet werden können. Kurzum: Die Angaben in der Heilmittelverordnung müssen mit den Vorgaben im Heilmittelkatalog übereinstimmen. 

Daneben besteht als eigenständige Richtlinie, die Heilmittelrichtlinie Zahnärzte – inklusive Heilmittelkatalog – für die Zahnärztliche Heilmittelverordnung, welche grundlegend für vom Zahnarzt verschriebene Heilmittel ist.

Eine Veranschaulichung der Zahnärztliche Heilmittelverordnung bietet Ihnen unser weiteres Rezeptposter hierzu!

Grundsätzlich muss die Verordnung auf vereinbarten Verordnungsvordrucken erfolgen: Muster 13 für Physiotherapie und Podologie, Muster 14 für Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 für Ergotherapie und Muster Zahnärztliche Heilmittelverordnung für Physiotherapie oder für Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie vom Zahnarzt verschrieben. Bei gleichzeitiger Verordnung von Heilmitteln aus verschiedenen Bereichen (z. B. Physio- und Ergotherapie) sind grundsätzlich getrennte, das heißt, die jeweils zutreffenden Vordrucke zu verwenden.

Eine Ausnahme: Für Vertragszahnärzte gilt ein einheitlicher Vordruck für Physikalische Therapie und Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster Z13. Aber auch hier sind bei gleichzeitiger Verordnung von Heilmitteln aus beiden Leistungsbereichen separate Vordrucke zu verwenden.

Welche Verordnungsarten gibt es und wann werden sie angewandt?

Die Verordnungsart wird unterschieden nach Erstverordnungen, Folgeverordnungen oder Verordnungen außerhalb des Regelfalls. Im Normalfall beginnt die Therapie mit einer Erstverordnung. Sollte die Behandlung nach der Erstverordnung noch nicht abgeschlossen sein, so sind weitere Verordnungen als Folgeverordnung möglich. Art und Menge der Heilmittel, die verordnet werden dürfen, gibt der Heilmittelkatalog vor. Reicht die im Heilmittelkatalog vorgesehene Gesamtverordnungsmenge des Regelfalles nicht aus, so können weitere Verordnungen als „Verordnung außerhalb des Regelfalles“ ausgestellt werden. 

 

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Welche Besonderheiten können für die einzelnen Heilmittelbereiche bestehen?

Physikalische Therapie, Ergotherapie, Podologische Therapie bei diabetischem Fußsyndrom, Stimm-Sprech- und Sprachtherapie – die Heilmittelverordnung muss je nach Leistungsbereich auch individuelle Anforderungen erfüllen, die der Heilmittelkatalog detailliert vorgibt. Beispielsweise muss die Verordnungsmenge auf die jeweilige Therapie abgestimmt sein. Weiter hängt vom Leistungsbereich ab, wie viele Heilmittel pro Rezept zulässig sind.   Darüber hinaus gibt es Unterschiede betreffend den Behandlungsbeginn, die Behandlungspausen und Behandlungsunterbrechungen.     

Sie möchten Rezepte hinsichtlich dieser Besonderheiten checken lassen? Wir unterstützen Sie dabei - kompetent und zügig.

 

Welche Besonderheiten sind außerdem möglich?

Verordnungen außerhalb des Regelfalles

Falls eine Therapie mit der Gesamtverordnungsmenge des Regelfalles nicht ausreicht, sind weitere Verordnungen „außerhalb“ des Regelfalles möglich. Die Heilmittelrichtlinie sieht hier zwei Varianten vor: 

Wenn ein Patient binnen 12 Wochen nach dem Ende einer Therapie einen Rückfall erleidet oder neu erkrankt, ist eine Verordnung außerhalb des Regelfalls möglich.  In diesem Fall ist eine Genehmigung durch die Krankenkasse erforderlich, falls diese nicht ausdrücklich darauf verzichtet. Allerdings kann der Arzt auch eine – regelfallbasierte - Folgeverordnung ausstellen, wenn zuvor die Gesamtverordnungsmenge nicht ausgeschöpft wurde. 

Patienten mit dauerhaft notwendigem Heilmittelbedarf können Verordnungen außerhalb des Regelfalls erhalten, auch ohne dass zuvor der Regelfall durchlaufen wurde. Die Grundlage: eine vertragsärztliche Diagnose auf Basis des betreffenden Verzeichnisses in der Heilmittel-Richtlinie (Anlage 2).  Bei den in dieser Anlage gelisteten Diagnosen in Verbindung mit den entsprechenden Diagnosegruppen des Heilmittelkataloges ist eine Genehmigung der Krankenkasse grundsätzlich nicht erforderlich. Der Kostenübernahme von Verordnungen, die nicht auf eine dort gelistete Diagnose zurückgehen, müssen die GKV allerdings zustimmen. Und: Verordnungen außerhalb des Regelfalles müssen stets vom Arzt medizinisch begründet sein. 

Heilmittelverordnungen im Rahmen des Entlassmanagements

Auch Krankenhausärzte können Heilmittelverordnungen ausstellen. Diese regeln die Erstversorgung von Patienten nach der Entlassung aus der stationären Behandlung.  Die Vordrucke entsprechen den regulären Mustervordrucken der diversen Leistungsbereiche; allerdings mit dem zusätzlichen Aufdruck „Entlassmanagement“ gekennzeichnet.  Das Ausstellungsdatum entspricht in der Regel dem Entlassdatum. 

Auch für diese Verordnungen gelten die Grundsätze der Heilmittelrichtlinie. Abweichend gelten jedoch spezielle Fristen:  Die Behandlung muss spätestens 7 Kalendertage nach der Entlassung beginnen und nach spätestens 12 Tagen abgeschlossen sein.   Nicht in diesem Zeitraum in Anspruch genommene Behandlungen verfallen.  Bei Verordnungen im Rahmen eines Regelfalles, die im Nachgang vom weiterbehandelnden Arzt ausgestellt werden, wird die Verordnungsmenge nicht eingerechnet.

Sie wollen Absetzungen und Einbehalte durch die GKV vermeiden?

Absetzungen und Einbehalte sind nicht nur ein Ärgernis, sondern haben auch wirtschaftliche Folgen. Sie möchten Rezepte oder deren Abrechnung in die Hände von Profis geben? Wir kümmern uns gerne für Sie – um die Prüfung, erforderliche Ergänzungen oder den kompletten Prozess.


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Es ist ganz einfach:

1. Senden Sie Originalrezepte an die azh. 

2. Wir übernehmen die GKV-Abrechnungen für Sie.

3. Dabei profitieren Sie von den Vorzügen einer frühzeitigen Datenvorprüfung, wenn Sie die Rezeptdaten aus Ihrer Praxissoftware via azh Direkt elektronisch übermitteln.

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Was ist für Leistungserbringer besonders wichtig zu wissen?

Zunächst sollten Leistungserbringer – also Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Podologen oder Logopäden – die Eintragungen des Vertragsarztes oder Vertragszahnarztes in der Heilmittelverordnung prüfen. Sind diese vollständig und richtig, kann mit der Behandlung begonnen werden. Mögliche Unstimmigkeiten sollten möglichst vorab mit dem ausstellenden Arzt geklärt und ggf. Änderungen veranlasst werden. In der Regel müssen Änderungen der Verordnung vom Arzt mit Unterschrift und Datum bestätigt werden.  Änderung der Frequenz und Änderung von Gruppen- in Einzeltherapie können vom Leistungserbringer selbst vorgenommen werden; allerdings nach Rücksprache mit dem Arzt und entsprechender Dokumentation der Verordnungsrückseite.  Abweichungen von dieser Regelung können auf Vertragsebene  vereinbart sein.

Es ist darauf zu achten, dass alle Behandlungsmaßnahmen  auf der Verordnungsrückseite vom Patienten mit Datum und Unterschrift bestätigt werden. 

Zudem muss die Verordnung  vom Leistungserbringer mit Unterschrift und Stempel  versehen werden. Erst dann sind Rezepte soweit vollständig, dass die GKV sie als fehlerlos akzeptieren. Ansonsten können Absetzungen oder Rezepteinbehalte die Konsequenz sein.   

Wichtig: Wir weisen darauf hin, dass wir in diesem Rahmen  nicht auf alle vertrags- bzw. kostenträgerspezifischen Besonderheiten eingehen können.  Bitte beachten Sie neben diesen allgemeinen Hinweisen auch eventuell je nach Vertragsbereich abweichende Regelungen.

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